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Was bedeutet Potenzierung?
Um zum
homöopathischen Mittel Belladonna D12 zu gelangen, werden folgende
Zubereitungsschritte unternommen: 1 Tropfen der Urtinktur Belladonna wird
mit 9 Tropfen Alkohol gemischt. Die Mischung erhält 10 Schüttelschläge, wir
haben Belladonna D1. Dieser Mischung wird 1 Tropfen entnommen, der wieder
mit 9 Tropfen Alkohol gemischt und mit 10 Schüttelschlägen versehen wird.
Dadurch haben wir Belladonna D2 erhalten. Sie können sich vorstellen, wie es
weiterläuft, bis man Belladonna D12 erhält. Nach dem gleichen Prinzip werden
auch Tabletten, Pulver und Kügelchen, die Globuli, hergestellt. Hier mischt
man 1 Teil der Ursubstanz mit 9 Teilen Milchzucker. Diese Mischung wird eine
bestimmte Zeit in einem Mörser verrieben. Zur weiteren Potenzierung wird wie
bei den Tropfen verfahren.
Wirkungsweise:
Die
Wirkungsweise homöopathischer Arzneien ist in nichts vergleichbar den
üblichen Arzneiwirkungen der Pflanzenheilkunde oder der chemisch-
synthetischen Mittel. Sich eine Vorstellung davon machen, ist eine
Herausforderung für den wissenschaftlichen Verstand und verlangt die
Entwicklung von neuen Untersuchungs- und Nachweismethoden. Aufgrund der
Arzneipotenzierung überträgt sich etwas vom Wesen der Ursubstanz auf den
Verdünnungsstoff. Potenzierung bedeutet: Stoffliches wird Schritt für
Schritt in etwas Unstoffliches verwandelt. Im Beispiel hört die Pflanze
Belladonna auf, als biologisch physikalische Substanz zu existieren. Sie
überträgt jedoch ihre Eigenschaften auf eine als Medium dienende Substanz
(Alkohol, Milchzucker). Sie hat nicht aufgehört Belladonna zu sein, doch
existiert sie in einer Weise weiter, die wir bisher nicht von ihr kannten:
Durch die Potenzierung verliert sie ihren nachweisbaren stofflichen
Charakter und verwandelt sich mehr und mehr in Energie und in Information,
die auf der Trägersubstanz gespeichert ist. Das ist gar nicht verwunderlich,
wenn man bedenkt, dass alles, was existiert, nicht nur aus Materie besteht,
sondern sich auch in Energie verwandeln kann und das bis in
„feinstoffliche“ Bereiche. Diese Umwandlung von mineralischen, pflanzlichen
und tierischen Substanzen in eine neue, feinstoffliche Qualität, die als
Information in neutraler Substanz wie Alkohol oder Milchzucker gespeichert
wird, nennt man Potenzierung. Als Energien und Informationen können
homöopathische Medikamente körperliche, seelische und geistige Beschwerden
auf anderer Ebene heilen, als wir es von den üblichen, grobstofflichen
Substanzen gewohnt sind.
Wann ist ein Mittel ähnlich?
Der Laie
wendet bei der Mittelwahl das „Ähnlichkeitsgesetz“ an: Sie können nur dann
von einer Arznei Heilung erwarten, wenn die Beschwerden, die mit ihr
geheilt werden sollen, auch in der Arzneimittelbeschreibung genannt sind.
Wann aber ist das Arzneimittelbild ähnlich genug, um die beschriebene Arznei
zu verwenden? Vor allem in den Arzneiüberblicken sind die jeweils
wichtigsten, für die Arzneiwahl bestimmenden Symptome zusammengefasst Wenn
eins dieser Symptome mit vorherrschenden Beschwerden übereinstimmt, sollten
Sie bereits hellhörig werden. Stimmen zwei oder drei Symptome mit Ihren
Beschwerden überein, können Sie schon ziemlich sicher sein, dass die
vorgestellte Arznei „passt“, also zur Heilung geeignet ist. Die in der
ausführlichen Arzneimittelbeschreibung aufgeführten Symptome sollten für
Sie das Bild abrunden; In der Homöopathie werden folgende Symptome für die
Mittelwahl als besonders wichtig angesehen: Solche, die unsere seelische
oder geistige Verfassung betreffen, diejenigen die als Leitsymptome für
einzelne Arzneien bekannt sind und natürlich jene, die als besonders
auffällig oder besonders intensiv empfunden werden.
Dosierung und Beurteilung der Arzneiwirkung:
Grundsätzlich gilt für jede Dosierung: Die Arzneimenge und / oder die
Häufigkeit der Arzneieinnahme nicht nach eigenem Gutdünken erhöhen. Die
Ansicht „Viel hilft viel“ und „Je häufiger eingenommen, desto besser und
schneller werde ich gesund“ trifft in der Homöopathie nicht zu. Wer so
handelt, wird eher das Gegenteil bewirken. Sobald es zu einer Besserung
der Beschwerden gekommen ist, muss die Arzneieinnahme schrittweise
reduziert werden (entsprechende Dosierungsvorschrift).
Arzneiwirkung:
Sie
können sichergehen, dass Ihre Arzneiwahl richtig war, wenn zentrale
Beschwerden umgehend nach der Einnahme oder in den folgenden Stunden,
weniger akute Beschwerden auch erst in den folgenden Tagen, nachlassen und
diese Besserung auch anhält. Häufig ist das erste Anzeichen einer guten
Mittelwirkung, dass Sie sich geistig oder seelisch frischer oder kräftiger
fühlen. Das tritt häufig schon ein, bevor die leidigen Beschwerden
nachlassen, beispielsweise bei Erkältungskrankheiten. Ihre Arznei bringt
eine anfängliche Besserung der Beschwerden, dann stagniert der
Heilungsverlauf. Nehmen Sie die Arznei weiterhin ein. Warten Sie einen Tag,
längstens zwei Tage ab und beobachten Sie genau, ob nicht doch noch eine
Besserung eintritt. Andernfalls suchen Sie einen homöopathisch behandelnden
Arzt oder einen Heilpraktiker auf. Wenn es Ihnen nach anfänglicher Besserung
schon bald wieder schlechter geht, war die Arznei nicht die passende. Suchen
Sie nach einer anderen bzw. ähnlicheren Arznei oder fragen Sie einen
Homöopathen oder Heilpraktiker um Rat. Wählen Sie eine zweite Arznei nur
dann, wenn Sie sich wirklich sicher sind. Bloßes Ausprobieren von Arzneien
kann den Krankheitsverlauf komplizieren und die Heilung hinauszögern.
Selbstbehandlung:
Manchmal
kann bis zur endgültigen Heilung einer Krankheit die Einnahme einer zweiten
oder sogar dritten Arznei notwendig werden. Dieses kommt u.a. bei
entzündlichen Erkrankungen vor: Die erste Arznei hat eine Zeitlang gut
gewirkt, plötzlich treten jedoch ganz andere Beschwerden auf. In diesem Fall
muss die Zeit abgewartet werden, bis ein neues Beschwerdenbild entstanden
ist. Erst dann wird auch die neue Arznei bestimmt. Diese Behandlung sollten
Sie sich aber nur dann zutrauen, wenn Sie im Umgang mit homöopathischen
Arzneien schon geübt sind.
Arzneieinnahme:
Ein
homöopathisches Mittel sollte nach Möglichkeit nüchtern eingenommen werden,
in keinem Fall aber unmittelbar vor oder nach dem Essen. Lassen Sie
Tabletten, Globuli oder Tropfen auf der Zunge zergehen, damit sie von den
Mundschleimhäuten aufgenommen werden können. Alle Medikamente, die Ihnen in
anderem Zusammenhang verschrieben worden sind, müssen Sie weiter einnehmen –
es kommt nicht zu Unverträglichkeiten durch homöopathische Mittel.
Andererseits ist es jedoch möglich, dass Ihre homöopathische Arznei durch
die verordneten Medikamente in ihrer Wirkung abgeschwächt wird, sich auch in
manchen Fällen gar nicht erst entfaltet. Nehmen Sie bitte die ärztlich
verordneten Medikamente nicht gleichzeitig mit dem homöopathischen
Arzneimittel ein. Keinesfalls sollten Sie die Wirkung Ihrer homöopathischen
Arznei durch eine zusätzliche Selbstmedikation mit anderen Mitteln
gefährden, auch nicht in Form pflanzlicher Präparate. Bitte behandeln Sie
sich niemals mit mehreren homöopathischen Mitteln gleichzeitig, wenn dies
nicht ausdrücklich angegeben wird. |